Was zu tun ist, wenn Weber und Seidel einen zur Weltuntergangsrevue in die Kaleidobar einladen, weiß ich jetzt und heute nur ganz ungenau. Klarheit gibt´s am Sonntag, den 25. Januar 2026 um Schlag 5 in der Bremer Straße 32 in 48155 Münster. Es wird um verlustige Dinge und den Gewinn von Barthaar, um gefundene Wirklichkeiten und wirkliche Funde gehen - kurzum ich werde darum bemüht sein diverse Bodensätze auf den Punkt zu bringen.
Unter einem Bodensatz versteht man gemeinhin dabei die peripoetische Auslesung der Materialtagebücher.
Gefundene Fotos, zerrissende Partnerschaften, verlustiges Bodenkapital, Liebesbriefe, Kontoauszüge und Pflaster sowie rostige Büroklammern und abgelaufene Präservative erzählen die Geschichte des Alltags gestern, heute und morgen - und all diese Dinge sind verortet, datiert und nummeriert. Sie sind der Müll der sich selbst auffressenden Gegenwart - meine seit zwei jahrzehnten anhäufenden Chronologie der asystematischen Sammlungen vom Boden, über den wir uns alltäglich bewegen. Ein 25.000 Fundstücke zählender Fundus wird in kleinen Teilen sichtbar.
Dabei betrachte ich alle Bodenfunde immer als abseitige Publikation und besondere Form der Veröffentlichung. Ihre Inhalte umschreiben mein Hauptbetätigungsfeld für die Bodenstiftung - die Anlegung der Basis für einer futurologische Archäologie - die Idee einer vorweggenommenen Rückbetrachtung, eines zeitlichen Spasmas aus der Perspektive 100 Jahre nach dem eigenen Ableben. Die Bodenstiftung versteht sich als ein Zeuge des gegenwärtigen Alltags kurz vor dem Weltuntergang jenem Ereignis, dass lediglich 5 Fußminuten von der nächsten Bar entfernt zu sein scheint.
Flughafenfund, 2025- Berlin - ....siehe auch hier.
Solches und solch ähnliches werde ich im Zuge des literatischen Kaffeeklatsch vortragen, wenn ich nicht gerade mikroinvasive Sprengungen auf Holztischen realsiere, um die Feindliche Übernahme eines Ölkonzerns über seinen eigenen Mülls zu beschleunigen.
Soweit so unklar. Freu mich auf einen Sonntag, Schlag 5 mit Andreas Weber und Dierk Seidel sowie der Slam Poet!n des Monats.
Bis dahin also -
und AUGEN AUF auf den Straßen, denn ich werden von Zeit zu Zeit bare Gelder aus meinen Taschen auf den Gehwegen verteilen.
Soweit so gut.
Gruß von Ruppe Koselleck
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